Für mich fehlten Augenmaß und Deeskalation – Eskalation statt Lösung - DDr. Birgit GORTON
Ich bewerte diese Rechtsanwältin als betroffener Empfänger ihrer anwaltlichen Korrespondenz, nicht als eigener Mandant. Grundlage meiner Bewertung sind drei mir vorliegende Schreiben aus dem Scheidungsverfahren.
**Einvernehmen unter maximalem Druck und ohne Rückhalt der eigenen Mandantin**
Im Begleitschreiben wurde eine Scheidungsklage bereits als eingebracht bezeichnet, die auf das alleinige Verschulden abzielte. Gleichzeitig wurde eine „einvernehmliche“ Scheidung angeboten – hart gekoppelt an erhebliche finanzielle Verpflichtungen und die Bedingung, sämtliche Punkte bedingungslos zu akzeptieren.
Besonders gravierend: Nach späterer Rücksprache mit meiner Ex-Frau wurde eindeutig erkennbar, dass diese extrem aggressive Art des Schreibens von ihr in dieser Form weder gewollt noch freigegeben war. Dennoch verschickte die Anwältin einen Entwurf, den ich als absolut brutal empfinde. Ein solches Vorgehen schraubt die Eskalationsstufe völlig unnötig nach oben. Es hat das Potenzial, durch den massiven Vertrauensverlust zwischen den Elternteilen das gesamte System Familie nachhaltig zu zerstören, worunter am Ende vor allem die zwei Kinder massiv gelitten hätten.
**Realität der Kinderbetreuung ignoriert**
Obwohl die Betreuung der Kinder bereits zu gleichen Teilen geleistet wurde, fand sich das im Vergleichsvorschlag nicht wieder. Stattdessen war der Hauptaufenthalt bei einem Elternteil und ein stark begrenztes Wochenendkontaktrecht vorgesehen. Gerade bei Kindern muss eine Vereinbarung den tatsächlichen Familienalltag abbilden und nicht zusätzlichen Konfliktstoff schaffen.
**Hohe Forderungen ohne transparente Basis**
Zudem waren erhebliche laufende Unterhaltszahlungen, beträchtliche Rückstände und Ausgleichszahlungen vorgesehen, ohne dass für mich eine konkrete, überprüfbare Berechnung unter Berücksichtigung meiner bereits erbrachten Leistungen nachvollziehbar war.
**Meine persönliche Schlussfolgerung: Finger weg**
Ich nehme hier ausdrücklich mein Recht auf freie Meinungsäußerung wahr und schildere meine persönliche Erfahrung und Überzeugung: Die Art und Weise dieser Korrespondenz war meiner Meinung nach absolut nicht in Ordnung. Statt lösungsorientiert zu arbeiten, wurde ein Weg gewählt, der eine Familie völlig aufgerieben und alles kaputt gemacht hätte. Eine Einladung zu einem klärenden Gespräch oder einer Mediation fehlte komplett.
Aufgrund dieser Erfahrung lautet mein definitives Fazit: Finger weg. Ich persönlich würde diese Rechtsanwältin niemals beauftragen und kann anderen nur dringend abraten. Wer besonderen Wert auf eine deeskalierende Trennung, faire Forderungen und die sorgfältige Berücksichtigung beider Eltern im Sinne der Kinder legt, sollte sich anderweitig umsehen.
Stefan H. · 2026-10-03
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